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Depressionen werden überbewertet!

Die Weltgesundheitsorganisation WHO schätzt, dass in Deutschland aktuell 4,1 Millionen Menschen, das sind 5,2 % der Bevölkerung, an einer Depression leiden. Im Jahr 2020 soll Depression weltweit die zweithäufigste Krankheit sein.

In Deutschland versucht sich rund alle 5 Minuten ein Mensch umzubringen. Alle 50 Minuten kommt es zu einem Suizid. Die Zahlen sind erschrecken und zeigen, dass Depression ein sehr wichtiges Thema ist.

Und trotzdem behaupte ich: Depressionen werden überbewertet! Denn sie können nur heilen, wenn neben der medizinischen Behandlung noch etwas viel wichtigeres zum Einsatz kommt: Jemand, der den depressiven Mensch an der Hand nimmt. Dazu braucht es keine langjährige Therapie oder aggressive Medikamente.

Was versteht man unter einer Depression?Jeder hat das schon mal erlebt: Freudlose, triste Tage, alles erscheint grau in grau, man fühlt sich „deprimiert“. Der Begriff Depression wird häufig gebraucht, um die alltäglichen Schwankungen unseres Befindens zu beschreiben.

Mit einer Depression im medizinischen Sinne hat das allerdings nichts zu tun. Aus medizinisch-therapeutischer Sicht ist die Depression eine ernste Erkrankung, die das Denken, Fühlen und Handeln der Betroffenen beeinflusst und erhebliches Leiden verursacht. Eine oftmals unterschätzte Krankheit, die auch lebensbedrohlich sein kann.

Rund 10.000 Menschen pro Jahr sterben in Deutschland durch Suizid, zwei Drittel davon sind Männer.

Die Zahlen belegen zwar, dass deutlich mehr Frauen als Männer an Depression erkranken. Das liegt aber vor allem daran, dass Frauen offener mit dem Thema umgehen und sich Hilfe holen. Männer sind Meister der Verdrängung. Bei Problemen versuchen sie nur selten, die Ursachen des Konflikts zu analysieren. Es passt nicht in ihr Rollenverständnis, sich damit auseinanderzusetzen. Krisen verbinden sie mit einem Gefühl des Scheiterns. Sie merken zwar, dass sich ihre Gefühle und ihr Verhalten negativ verändert haben. Aber sie überspielen die Anspannung, um die Kontrolle über sich selbst zu behalten. Stress und Überforderung führen dann dazu, dass irgendwann gar nichts mehr geht.

Und was nun? Sich eingestehen, dass ein Burn out oder gar eine Depression naht? Auch wenn es deutliche Anzeichen dafür gibt, Männer sind leider auch Meister darin, sich dafür zu entscheiden, professionelle Hilfe zu suchen. Dabei muss es keine Psychotherapie sein. Mit einem gut ausgebildeten Coach kommen Männer eher zurecht. Gerade weil bei Männern die Depression so bedrohlich sein kann, ist die Unterstützung zum richtigen Zeitpunkt wichtig.

Depressionen sind in Deutschland die häufigste Ursache für Suizide.

Gefühle von Wertlosigkeit und Schuld, ein geringes Selbstvertrauen, negative und pessimistische Zukunftsperspektiven können zu dem Wunsch führen einer als aussichtslos und ausweglos empfundene Situation durch Suizid zu entkommen.

Der Suizid meiner Mutter hat meine Sicht auf Depressionen völlig verändert. Ihr Kampf mit der Krankheit war von Gefühlen wie Angst, Schuld und Traurigkeit bestimmt. Kein Therapeut und kein Medikament der Welt hätten ihr aus diesem Tal der Dunkelheit heraushelfen können!

Ihr Tod war ein Wendepunkt in meinem Leben und veränderte meine Sicht auf viele Dinge. Ich beschäftige mich seitdem intensiv mit dem Thema Depression. Ich bin davon überzeugt, dass die Betroffenen nicht nur medizinische Unterstützung sondern vor allem Menschen brauchen, die ihnen helfen, sich selbst und anderen zu vergeben, die sie an der Hand nehmen und ihnen zeigen, wie wertvoll sie sind.

Können Depressionen heilen? Eine Psychotherapie kann bei Depression sehr gute Dienste leisten. Heilung wird sie jedoch nicht bringen.

Die Erkrankung an einer Depression ist wie jede andere Krankheit auch eine Herausforderung, die das Leben an uns stellt. Davonzulaufen oder am Ende gar den Freitod zu wählen, ist keine Lösung. Es ist manchmal auch feige. Denn der Sinn unseres Lebens besteht darin, die Probleme, die wir wie in einem Rucksack auf unseren Schultern tragen, zu Lebzeiten zu lösen.

Meine Mutter schaffte das nicht. Sie verfiel einem standardisierten System von Medikamenten und Therapien. Sie war weder schizophren, hatte keine Persönlichkeitsstörung oder war auf eine andere Art psychisch krank. Sie hatte lediglich eine Vergangenheit, die ihre Seele zutiefst belastete.

In der Therapie wurde ihr gezeigt, wie sie den Anfang von depressiven Episoden erkennen konnte. Sie bekam Medikamente, um den Verlauf zu stoppen. Die Therapie und die Medikamente brachten sie in eine Abhängigkeit. Aber keine Heilung.

Ich möchte in keiner Weise Kompetenzen von Therapeuten und Ärzten anzweifeln! Mit meiner persönlichen Geschichte möchte ich einen Denkanstoß geben. Denn ich bin heute davon überzeugt: Mit meinem heutigen Wissen hätte ich ihr das Leben retten können!

Denn was ihr wirklich geholfen hätte und eine Chance gewesene wäre, die Depression zu heilen, das konnte ihr kein Arzt und kein Medikament geben. Sie hatte niemanden, der ihr zeigte, wie es möglich ist, sich selbst und anderen zu vergeben. Der ihr geholfen hätte, etwas zu finden, das ihrem Leben einen tieferen Sinn gibt und ihr Leben erfüllt. Niemand, der sie dabei unterstützte, klare Entscheidungen zu treffen.

Die Entscheidung, die Verantwortung für ihr Leben selbst zu übernehmen. Die wichtigste Entscheidung überhaupt: Glücklich zu sein. Das wäre der Anfang und gleichzeitig eine Chance auf Heilung gewesen!

Um Leben retten zu können, braucht es oftmals eine medizinische Intervention. Um zu heilen, braucht es mehr. Wir können, wenn wir wollen, über unser Leben selbst bestimmen. Manchmal braucht es dazu nur eine einzige Entscheidung. Und die Unterstützung zum richtigen Zeitpunkt.

Das Leben ist es wert, gelebt zu werden! Es ist niemals zu spät, glücklich zu sein!